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Aktuelles 2025

Das Jahr begann recht ruhig und zumindest im Schiedsbereich sollte es auch so bleiben. Irgendwie schienen die Menschen aus meinem Bezirk des Streitens müde geworden zu sein. Für mich war es in Ordnung, ich weiß aus meiner mittlerweile über 15 jährigen Erfahrung, dass es ein ständiges Auf- und Ab sowohl bei den Schiedsfällen als auch bei den Mediatonen gibt.

Aber ich litt dennoch nicht unter Arbeitsmangel, auch auf Mallorca gab es viel zu tun.

Doch dann geschahen einige Dinge, die das Jahr 2025 für mich zu einem der Jahre machten, die man nicht vergisst.

Zunächst bekam ich einen großen Auftrag im Bereich der Wirtschaftsmediation aus einem international agierenden Unternehmen mit Sitz der Fertigung in der Nähe meines Wohnortes. In einem für das Funktionieren der Auftragsabwicklung zuständigen Team kriselte es massiv. An manchen Stellschrauben konnte man nichts ändern, die Teammitglieder saßen in einem Großraumbüro mit entsprechendem Lautstärkepegel und die Zusammensetzung war von Alter und Ausbildung her sehr unterschiedlich. Alte Hasen ohne Universitätsabschluss, dafür mit jeder Menge Erfahrung, saßen neben jungen, hochmotivierten Mitarbeiterinnen, die frisch von der Uni kamen.

Der Prozess zog sich über mehrere Wochen, erst kamen Einzelgespräche und danach mehrere Mediationstermine, zunächst nur mit den hauptsächlich betroffenen Personen und danach mit dem ganzen Team. Für mich eine große Herausforderung, denn in den Familienmediationen sitzen höchsten drei oder vier Personen mit mir am Tisch, meist sogar nur zwei. Hier kam ich mir zeitweise vor wie die Lehrerin in einer Schulklasse, zum Glück mit sehr friedlich und konstruktiv mitarbeitenden Schülern.

Am Ende stellten wir einen Code of Conduct zusammen, ein Regelwerk, das für alle Gültigkeit haben sollte und großformatig an mehreren Stellen des Großraumbüros aufgehängt wurde. Ein für mich sehr befriedigendes und sogar teilweise emotionales Ergebnis, als sich ehemalige Kontrahentinnen in den Arm nahmen und sich für ihr Verhalten entschuldigten.

Das andere wichtige Ereignis war mein erster Fernsehauftritt im November. Ich war von einem in Mönchengladbach lebenden freien Autor für ein Studiogespräch in der WDR-Servicezeit angefragt worden und erzählte der Moderatorin Yvonne Willicks in wenigen Minuten das Wichtigste über das Schiedsamt. Am Ende war sie vom Verfahren zur Beilegung von Nachbarschaftsstreitigkeiten absolut überzeugt. Aber aufregend war das Ganze schon und in der Garderobe neben namhaften Journalisten und Redakteuren zu sitzen, war ein Erlebnis für sich.

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